Im Frühjahr 2006 hat die MIB AG ein ca. 13 ha großes Grundstück in der Stadt Böblingen erworben. Der zwischen 1974 und 1984 auf diesem Areal errichtete Verwaltungs- und Produktionskomplex bietet derzeit eine Nutzfläche von ca. 60.000 m². Die Liegenschaft verfügt über eine Cafeteria, eine eigene Energiezentrale sowie einen direkten Zugang zum S- Bahnhof Böblingen-Hulb. Der Großteil der vorhandenen Mietflächen in den Bestandsgebäuden ist vermietet. Das Areal verfügt über potenzielle Flächen, die für eine Erweiterung oder einen Neubau von Gebäuden in Frage kommen. Auf der Grundlage einer hervorragenden Mieterstruktur und eines sehr guten Unternehmens- und Infrastrukturumfelds wird das Areal schrittweise neu positioniert und soll zu einem modernen und erfolgreichen Technologie-Park weiterentwickelt werden.
STÄDTEBAULICHES KONZEPT/ FREIFLÄCHENKONZEPT Durch Bündelung, Ergänzung und Neugliederung von Architektur und Freiraum, Gärten, Parks und Verkehrsflächen entsteht an der Herrenberger Strasse ein großzügiger, leicht lesbarer und klar strukturierter Campus, der Gewerbe-Campus Böblingen. Die dominierende Formation der Bestandsgebäude wird durch neue Architektur und Freiräume so erweitert und fortgeführt, dass der Gewerbe-Campus ein neues, klar orientiertes und prägnantes Gesicht erhält. Mit diesem Ziel wird das Areal in drei in ihrer Gestaltung und Funktionalität unterschiedliche Bereiche gegliedert: Campus Spange-Nord-Ost-West: Arbeiten mit Weitblick Die Campus-Spange Nord-Ost-West wird den gesamten ruhenden Verkehr aufnehmen und damit das Potenzial für neue Entwicklungen auf dem Gesamtareal freisetzen. Hierfür werden zwei zusätzliche Parkhäuser und eine eingeschossige Aufstockung des bestehenden Parkhauses vorgeschlagen. Die Geschossigkeit der neu geplanten Parkhäuser wird die Blickbeziehungen aus den bestehenden Bürogebäuden nicht beeinträchtigen. Die Anlieferzonen auf der Nordseite der Gebäude und die Fusswegebeziehung zur Bahnhaltestelle werden Bestandteil der Neuplanung. Campus Mitte: Das Foyer Das Foyer beschreibt den zentralen Platz als Gelenk und Mittelpunkt des Campus. Neben seiner Funktion als Vorfahrt mit Besucherstellplätzen wird das Foyer als Garten mit mehreren Ebenen geplant. Zentrales Element bildet ein terrassiertes Wasserbecken. Campus Süd: Boulevard und Südpark Ein zentraler Boulevard erschließt den Campus Süd. Er nimmt in Abschnitten ruhenden Verkehr auf, ist Vorfahrt, Promenade und Allee, Verteiler und gliederndes Element und erweitert sich im Osten zum Entree in das Areal. Der Südpark integriert die bestehende Gastronomie und ergänzt den Campus um in die Parklandschaft eingebettete Gebäude, Spielzonen und Freiraume. Am Anfangs- und Endpunkt des Boulevards werden durch die neuen Gebäude extrovertierte Zeichen gesetzt, die sich durch einen deutlichen Sprung in der Geschossigkeit absetzen. Campus Nord, Mitte und Süd werden durch die Corporate Gardens miteinander vernetzt. Die Corporate Gardens definieren die Fugen zwischen der Architektur als Gärten, die eine weitgehend verkehrsfreie und damit entspannte, großzügige und einfache Bewegung zwischen den einzelnen Campusbereichen ermöglichen. Neben einer übergreifenden Gestaltung bieten diese Gärten auch individuelles Gestaltungspotential und können so zu Corporate Gardens, zu Freiräumen werden, die auf die Vorstellungen der ansässigen Firmen reagieren. Am nördlichen Kopfpunkt der Corporate Gardens bilden Wegweiser den Umlenkpunkt in das Areal. Im Südpark werden die Endpunkte der Corporate Gardens durch kleine überdachte Plätze definiert, an denen auch ein vernetztes Arbeiten (Hot Spots) im Freien möglich wird. Topografie Die Topografie des Technologie Campus wird in Teilbereichen so verändert, dass auf dem Areal großzügige, unterschiedlich gestaltete Ebenen entstehen. Die Corporate Gardens werden mit leichtem Gefälle nach Norden ausgebildet und überwinden erst dort, wo sie auf den Boulevard treffen ca. 3 m Höhenunterschied über Treppen- bzw. Rampenanlagen. Der Boulevard wird mit leichtem Gefälle weitgehend höhengleich ausgebildet. Der Südpark und Böschungsbereiche zu den Gebäuden werden als offene, sanfte Rasenmodellierungen hergestellt, einzelne Böschungslinien werden mit Sitzmauern begleitet. Durch den notwendigen Eingriff in die Topografie werden einzelne Bäume umgesetzt oder ggf. ersetzt werden müssen.
NUTZUNG/ ARCHITEKTUR – ENTWICKLUNGSSTUFEN Die Neugestaltung des Areals kann sich im Wesentlichen in drei Entwicklungsstufen vollziehen. Entree im Osten – Stufe 1 Den Auftakt bildet die Neugestaltung der Eingangssituation im Osten. Um einen attraktiven Platz gruppieren sich mehrere Gebäude. In südlicher Richtung wird ein prägnant gestaltetes, achtgeschossiges Hotelgebäude mit zweigeschossiger Basis platziert, in der in Kombination mit der Hotelnutzung Konferenz- und Wellnessbereiche angeboten werden. Schräg gegenüber, versetzt positioniert, bildet ein achtgeschossiges Bürogebäude einen zweiten Hochpunkt am Platz. Dieses Gebäudepaar soll in Form und Positionierung auf die Neugestaltung des Areals verweisen und baulich eine neue Identifikationsmöglichkeit bieten. Auch in nördlicher Richtung wird der Platz durch eine zweigeschossige Basis gefasst, in der gegenüber dem Hotel und weiterführend in nördlicher Richtung Shops und Gewerbeflächen angeboten werden. Weiter nördlich setzt sich ein Bereich aus mehreren Hallen fort, der für kleinteilige Logistik genutzt und nördlich über die bestehende Strasse angedient werden kann. Städtebaulicher Akzent im Westen – Stufe 2 Dem Gedanken, die Neugestaltung des Areals nach außen hin sichtbar zu machen, folgt auch die zweite Phase. Auf der westlichen Grundstücksseite wird, integriert in eine attraktive Freiraumgestaltung, ein dritter Hochpunkt gesetzt. Auch dieser soll in Höhenentwicklung und Formsprache auf den Entwicklungsprozess des Standortes hinweisen. Angelagert an die Nutzung des achtgeschossigen Bürogebäudes gibt es im zweigeschossigen Teil des Baukörpers Flächen für Sport- und Fitnessaktivitäten. Business-Boulevard/ Campus Mitte – Stufe 3 Zwischen den zwei neugestalteten Bereichen im Osten und Westen des Grundstücks liegt der Entwicklungsraum der dritten Entwicklungsstufe. Dieser Bereich kann etappenweise in Richtung Osten ausgebaut werden. Bestimmend ist hierbei die Orientierung der neuen Gebäude zum gemeinsamen Business-Boulevard in Ost-West Richtung bzw. die Ausrichtung zu den corporate gardens in Nord-Süd Richtung. Ein zweigeschossiger Pavillon mit integrierter Bar, Restaurant und flexibel nutzbaren Raumbereichen bzw. weiter östlich das zweigeschossige Kinderhaus mit Spielflächen, bilden im Süden des Grundstücks mit den Hochpunkten am Platz und dem Boulevard ein zusammenhängendes Band.
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