Die Länder Berlin und Brandenburg haben vereinbart, die gemeinsame Landesplanung zu berarbeiten. Hierzu wurde ein Leitbild für die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg entwickelt. Ziel dieses Leitbildes ist es, eine stärkere Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Region zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der Hauptstadtregion im nationalen und internationalen Kontext zu stärken.
Das Leitbild wurde in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs entwickelt. Dabei waren alle Bewohnerinnen und Bewohner der Region, alle gesellschaftlichen Akteure (Verbände, Institutionen, Politik, Städte und Gemeinden) aufgerufen, sich in den Leitbildprozess einzubringen. An der Erarbeitung des Leitbildtextes waren alle Ressorts der beiden Landesregierungen beteiligt. Das Beteiligungsangebot in Form des Internetforums, mehrerer Konferenzen
und Regionaldialoge hat eine breite öffentlichkeit erreicht und wurde umfangreich genutzt. Die Gemeinsame Landesplanungskonferenz der Länder Berlin und Brandenburg, hat am 1.6.2006 den Entwurf des Leitbildes Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg beraten und den Landesregierungen empfohlen, den Entwurf des Leitbildes zu beschließen. Das Leitbild identifiziert die vorhandenen Stärken und Potenziale dieser Region, beschreibt die Ziele der gemeinsamen Entwicklung und benennt Schritte zur Umsetzung. Damit soll den Bürgerinnen und Bürgern, der Politik, den Regierungen und Verwaltungen, der Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, den Verbänden, Kammern und Institutionen ein gemeinsamer Orientierungsrahmen geboten werden. Im weiteren Prozess soll das Leitbild mit Leben erfüllt werden. Hierfür muss es in die öffentlichkeit kommuniziert und vor allem durch konkrete Projekte und Aktionen umgesetzt werden. Das ist nicht nur eine Aufgabe der Landesregierungen. Die Ziele des Leitbildes können nur gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, den Verbänden, Institutionen und Medien sowie den Regionen und der kommunalen Ebene erreicht werden. Das Leitbild stützt sich auf die folgenden 9 Eckpunkte:
* Wir ergänzen uns
* Mitten in Europa
* Wir sind weltoffen
* Starke Hauptstadt für die Region
* Wissen ist unser Rohstoff
* Unsere Wirtschaft ist innovativ und flexibel
* Wir leben Kultur
* Lebensqualität ist unsere Stärke
* Wir übernehmen Verantwortung
Die Planungsgruppe 4 hat den Prozess von Anfang an begleitet. Sie beteiligte sich an der redaktionellen Bearbeitung der Eckpunkte des Leitbildes, an der Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation der Auftaktveranstaltung und der beiden Fachkonferenzen sowie der Erbringen der Internetdienstleistungen. |
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Auftaktveranstaltung am 1. Dezember 2005 in Potsdam Am 1. Dezember 2005 fand die Auftaktveranstaltung im Hotel Mercure in Potsdam statt. Die Veranstaltung wurde durch den Staatssekretär des Ministeriums für Infrastruktur und Raumordnung, Reinhold Dellmann, und den
Senatsbaudirektor in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Dr. Hans Stimmann eröffnet und durch Prof. Dr. Rudolf Schäfer moderiert.
Auf der Auftaktveranstaltung wurde nach einführenden Impulsreferaten zu den folgenden Themen diskutiert:
* Berlin-Brandenburg in Europa
* Wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung
* Wissensregion Berlin Brandenburg
* Räume und Teilräume
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1. Fachkonferenz Berlin-Brandenburg in Europa am 2. und 3. März 2006 in Berlin Zu der zweitägigen Veranstaltung kamen über 350 geladene Teilnehmer nach Berlin. Hochrangige Vertreter der europäischen Metropolregionen London, Mailand, Öresund, Warschau und Wien sowie der Länder Berlin und Brandenburg diskutierten die Fragestellungen: Wo steht die Region heute im Wettbewerb der europäischen Metropolregionen? Was kann sie von den Besten lernen? Die Zielsetzung der Veranstaltung lag darin, vermehrt Nutzen aus der zentralen Lage der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg in Europa zu ziehen und die europäischen Bezüge stärken. Die innere Verfasstheit der Metropolregion sollte auf ihre Leistungsfähigkeit hin geprüft werden. Die kulturelle Vielfalt und Internationalität sind als Standortfaktoren neu zu gewichten. Wir wollen die Hauptstadtfunktion Berlins noch stärker zur Geltung bringen.
Die Veranstaltung verdeutlichte die aktuelle Situation der Metropolregion Berlin-Brandenburg und zeigte bestehende Probleme und Chancen hat.Die Vorträge haben gezeigt, dass die Region im internationalen Vergleich nicht in der ersten oder zweiten Ligaspielt. Viele attraktive europäische Regionen stehen im Ranking vor der Metropolregion Berlin-Brandenburg. Zwingende Voraussetzung für das gemeinsame (Zusammen)Wachsen der Region ist die Findung einer gemeinsamen Identität. Um Emotionen auszuläsen, haben wir ein Bild von uns zu produzieren, das über das Leitbild nach außen zu transportieren ist.
Das Leitbild für die Metropolregion kann nicht verordnet werden, es ist ein intensiver und präziser Beteiligungsprozess notwendig. Für den Leitbildprozess sollte daher über die Einrichtung eines unabhängigen
Managements nachgedacht werden. Es muss eine Kultur der Offenen Zusammenarbeit entwickelt werden. Auch sollte nochmals über den Begriff Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg - eine Europäische Metropolregion diskutiert werden dürfen.Ein gemeinsames Potenzial stellt der kreative Sektor dar. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten die ca. 100.000
Studenten in der Region, die neben guten Studienbedingungen an den Hochschulen die Lebensqualität einer Stadt bzw. Region schätzen. Im Vergleich zu anderen europäischen Metropolregionen verfügt Berlin- Brandenburg über zu wenig Studenten.
Es sind mehr statt weniger Hochschulen notwendig, um international konkurrenzfähig zu bleiben.
Studenten fördern gleichzeitig die Internationalität einer Stadt, die wesentliches Merkmal der Metropolregion Berlin- Brandenburg ist, gleichwohl dies noch nicht in allen Köpfen fest verankert ist.Das vorliegende Eckpunktepapier sollte kürzer, präziser und bildhafter verfasst werden. Krampfhafte Diskussionen sind hierbei nicht zielführend und zu vermeiden. Die derzeitige Abgrenzung der Metropolregion Berlin-Brandenburg ist eine politische Vorgabe, über die es sich nachzudenken lohnt. Dies gilt insbesondere fr die Oderregion: Endet unsere Metropolregion wirklich an der Staatsgrenze?
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2. Fachkonferenz Wissen, Wirtschaft und Infrastruktur in Berlin-Brandenburg am 31. März 2006 in Potsdam ur Fachkonferenz Wissen, Wirtschaft und Infrastruktur kamen rund 300 Teilnehmer nach Potsdam. Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutierten über die Stärken der beiden Länder als Wissensregion und als
Standort für wirtschaftliche Entwicklung. In der Veranstaltung wurde die Frage erörtert, wo die Region heute im Wettbewerb der Europäischen Metropolregionen steht, wie die besonderen Stärken der beiden Länder noch besser zur Geltung gebracht und wie die Synergien zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ausgebaut werden können.
Zufolge des Staatsekretärs des Ministeriums für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg Reinhold Dellmann stelle sich die Möglichkeit, ein Leitbild für eine Region zu diskutieren und sich damit der Positionierung der Region bewusst zu werden, nicht beliebig. Diese Chance ergäbe sich nur alle 10-20 Jahre. Die Entscheidung, ein Leitbild für die Metropolregion Berlin-Brandenburg zu erarbeiten und öffentlich zu diskutieren, sei daher eine richtige
gewesen.
In den Worten des Senatsbaudirektors Dr. Hans Stimmann markierte die Fachkonferenz Wissen, Wirtschaft und Infrastruktur eine wichtige Etappe auf dem Weg zu einem gemeinsamen Leitbild für Berlin und Brandenburg. Die
hochkarätige Besetzung des Podiums über die sonst üblichen Sektoren hinaus und allein die Tatsache, dass sich die Teilnehmenden in einer solchen Konstellation - neben Vertretern aus Politik und Verwaltung eine
Hochschulpräsidentin und zwei Hochschulpräsidenten - zusammengefunden haben, könne als ein großer Gewinn für alle Beteiligten gewertet werden.
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