Aufgabe Die Stadt Hofheim steht vor der Aufgabe, die wirtschaftlichen, städtebaulichen und funktionalen Leitlinien für eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung ihrer Stadt durch einen Stadtentwicklungsplan mit tragfähigem Leitbild neu zu definieren. Die Projektgemeinschaft (Werkgemeinschaft Architektur+Stadtplanung, Frankfurt a.M. und Planungsgruppe 4, Berlin) hat in Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung sowie örtlichen Akteuren und unter Einbeziehung interessierter Bürger daher einen Stadtentwicklungsplan für die Gesamtstadt Hofheims erstellt. Die Stadt Hofheim erhofft sich insbesondere eine strategische Grundlage für künftige Entscheidungen im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung, der Beteiligung der Stadt an der Aufstellung des regionalen Flächennutzungsplan durch den Planungsverband Region Frankfurt Rhein/Main sowie bei überörtlichen Planungen. Zudem werden wesentliche Handlungsfelder und Schlüsselprojekte für die Stadtentwicklung bestimmt. Hofheim zeigt mit seiner Lage im Verdichtungsraum Rhein-Main Merkmale vieler Städte in verstädterten Räumen höherer Dichte. In diesen Räumen haben die Verstädterungsprozesse zur Regionalisierung von Lebensabläufen geführt, die sich vor allem in verkehrlichen Verflechtungen ausdrücken. Der Verdichtungsraum Frankfurt / Rhein-Main verfügt über eine hoch entwickelte Dienstleistungsbranche, ein leistungsfähiges Verkehrssystem und eine große Zahl von Hochschulen sowie ein attraktives Kulturangebot, abwechslungsreiche Landschaftsräume und hochwertige Wohnlagen. Diese harten und weichen Standortfaktoren ermöglichen eine gute Positionierung der Städte und Gemeinden im Regionalen Wettbewerb.
Planungsprozess Die Stadtentwicklungsplanung hat als informelle Planung im Vergleich zu den Bauleitplänen den Vorteil einer größeren Flexibilität und soll daher als dynamischer Prozess auch nach Fertigstellung des ersten Konzeptes fortgeschrieben und an sich ändernde Entwicklungen und Rahmenbedingungen angepasst werden. Auf Basis der Untersuchung des Regionalen Kontextes von Hofheim sowie einer Stärken-Schwächen-Analyse wurden folgende konzeptionelle Planwerke erarbeitet:
Potenziale / Leitbild Die Stadt Hofheim a.T. weist mit den vorhandenen Stärken wichtige Attraktoren zur weiteren positiven Entwicklung der Stadt auf. Die unterschiedlichen Lebensbereiche (Wohnen, Arbeiten, Schulbildung, Natur etc.) sind in Hofheim stark besetzt und Grundlage für die hohe Lebensqualität. Eine Beeinträchtigung erfolgt jedoch durch die bestehende Verkehrsproblematik (Durchgangsverkehr, Parkdruck Innenstadt und Wohngebiete). Durch eine gezielte Stärkung und Ergänzung der aufgezeigten Potenzialfelder (z.B. durch Maßnahmen in den Bereichen Kultur / Bildung, Natur / Naherholung) kann das bestehende Angebot ergänzt und verbessert werden. Hierzu werden Schlüsselprojekte für den weiteren Entwicklungsprozess vorgeschlagen. Mit einer Stärkung der städtischen Lebensqualitäten verfügt Hofheim weiterhin über gute Voraussetzung für die Profilierung der Stadt im Rahmen des Standortwettbewerbes in der Rhein-Main-Region.
Konzepte Vor dem Hintergrund einer weiteren Dynamik in der Wirtschaftsentwicklung und einer anhaltenden Wohnungsnachfrage in der Region und in der Stadt Hofheim wurden Ansätze für eine räumliche Entwicklung diskutiert. In die Diskussion wurden die im rechtswirksamen Flächennutzungsplan (FNP) dargestellten sowie die für den Regionalen Flächennutzungsplan (RegFNP) angemeldeten Flächen mit eingestellt. Im Zuge der konzeptionellen Bearbeitung im Rahmen des SEP wurden weitere Vorschläge für geeignete Zuwachsflächen aufgenommen. Grundsätzlich sollen die dargestellten Flächen einen flexiblen Entwicklungsrahmen für die Stadt sichern. Im Zuge der nachfolgenden verbindlichen Bauleitplanung muss die Stadt Hofheim a.T. ausgehend von den gesetzten Entwicklungszielen der Flächenverfügbarkeit und der Wirtschaftlichkeit über alternative Entwicklungsmöglichkeiten verfügen. Nur so können die Zielsetzungen der Stadtentwicklungsplanung insbesondere der Entwicklung eines ortsverträglichen Wohnbauzuwachses sowie einer nachhaltigen Gewerbeentwicklung umgesetzt werden. Auf Grundlage des räumlichen Leitbildes und der vorgeschlagenen Siedlungszuwachsflächen wurde ein Entwicklungskonzept erarbeitet. Darin sind die wesentlichen Elemente für die zukünftige Entwicklung der Gesamtstadt und der Ortsteile aufgezeigt.
Projektorganisation Für die Koordinierung und Erarbeitung des SEP wurde eine Projektgruppe eingerichtet, die aus Vertretern des Magistrats und der Verwaltung sowie der Arbeitsgemeinschaft Werkgemeinschaft / planungsgruppe 4 besteht. In Akteursgruppen (die Steuerungsrunde setzte sich aus Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung zusammen, die Expertenrunde bestand aus ortsansässigen Vertretern der Bereiche Wirtschaft, Wohnen, Kultur, Natur und Soziales) wurden innerhalb des Planungszeitraumes in drei Arbeitssitzungen die Ergebnisse und der Planungsprozeß begleitet. Eine Beteiligung der Bürger/-innen sowie der politischen Vertreter erfolgt im Wesentlichen über ein Bürgerforum und ein Politikforum, bei denen die Arbeitsergebnisse vorgestellt und mit den Bürgern bzw. politischen Vertretern der Stadt diskutiert wurden. Um den entwicklungsdynamischen Prozess SEP zu betonen - Fortschreibbarkeit, Evaluierung, Kurskorrekturen etc. - wurde nach ca. 9 Monaten ein abgestimmter, von den Akteuren akzeptierter SEP-Sachstand erarbeitet. Der Entwicklungsprozess in der Stadt Hofheim ist dann fortzusetzen und durch die Umsetzung von Maßnahmen weiterzuführen.
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