Der Ort Planung für die Bahnareale Mannheim heißt Bewegung entlang von Demarkationslinien städtischer Identität. Zwischen Schnellstraße, Industrieflächen und Wohnquartieren, zwischen barocker Kernstadt und gründerzeitlicher Blockstruktur. das neue Quartier an der Bahnachse entsteht zwischen den Kapiteln der städtischen Erzählung. Wie kann ein eigenständiger Prozess der Stadt-Werdung für diesen Ort initiiert werden, der die bestehenden Übergänge, Kanten und Brüche nicht verwischt, sondern sie vielmehr betont und als Qualität ablesbar macht? Wie kann die direkte Lage am Transitraum der Bahnachse in ihrer Dynamik erfahrbar gemacht werden und einen Impuls für den Stadtteil Lindenhof auslösen? |
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Der Entwurf Wir schlagen vor, die Lage zwischen den Kontexten zum strukturgebenden Moment des neuen Stadt-Teils zu machen. Die einzelnen Teilflächen des Entwurfsgebiets, das Entwicklungsband an der Bahnkante, das Gewerbe- und Wohnquartier an der Landteilstraße und der zentrale Freiraum des Hanns -Glückstein-Platzes werden als selbstständige Räume gelesen, die jeweils spezifisch auf ihre Ränder reagieren. Es geht daher nicht darum, das neue Quartier mit einem homogenen Stadt- Vor- Bild zu überziehen. Stattdessen werden den Teilräumen eigenständige Typologien eingeschrieben, die nicht ineinander fließen, sondern präzise Übergange zwischen den Kontexten ausprägen. |
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Die Bahnkante urban transmitter. Das Quartier entwickelt sich auf der Schnittstelle städtischer Geschwindigkeiten. zwischen der schnellen Fahrt von Bahn und Südtangente und der langsamen Bewegung der Windeckstraße/geplanten Stadtstraße. Eine lineare Struktur aus Blöcken und Freiraumfugen wird zum Vermittler zwischen gegensätzlichen Kontexten und zeigt unterschiedliche Gesichter. Die Blöcke werden entsprechend ihrer Lage im Kontext präzise moduliert. Die langsame Seite an der Stadtstraße wird durch Auskerbungen in der Blockwand kleinteilig rhythmisiert und auf den städtischen Maßstab heruntergebrochen. An der schnellen Seite zur Südtangente und Bahn wird die Struktur mit transparenten Kubaturen überformt, die als eigenständige Volumen über der Traufkante schweben und zu städtischen Zeichen an der Bahn werden. Die Fugen rhythmisieren das städtische Band mit drei unterschiedlichen Freiraumtypen und bilden Brückenköpfe zur Kernstadt. Der Stadtgarten. urbane topographie. Der Stadtgarten wird zum zentralen Freiraum des neuen Stadtteils und ist als Landschaftsrelief zwischen den Rändern der angrenzenden Quartiere ausgebildet. An der Windeckstraße faltet sich der Park zur Raumkante, die neue Freizeitnutzungen aufnimmt und im Straßenraum sichtbar macht. Zusammen mit der neuen Topographie wird die Dachlandschaft der Randbebauung zum Teil des Parks und ermöglicht eine freie und abwechslungsreiche Bewegung auf der Gesamtfläche. Die Gestaltung des Parks berücksichtigt den Baumbestand und beschränkt sich auf eine Modellierung der Rasenfläche im Süden bis zur Verlängerung der Landteilstrasse. Den umgebenden Quartiersstrukturen wird mit dem neuen Park eine ruhige und offene Freiraumtypologie gegenübergestellt, die eine flexible, weitgehend nicht vorgegebene Benutzbarkeit aufweisen soll. Die Mannheimer Höfe. urbane mischung. Zwischen den Gewerbearealen der John Deere Werke und dem Hanns- Glückstein-Platz entwickelt sich die dritte Quartiersstruktur des neuen Stadtteils als gegliedertes Feld von Mischstrukturen: Wohnen und Arbeiten am Park. Ein einfacher Rhythmus von offenen und geschlossenen Strukturen formuliert einen präzisen Übergang zwischen den angrenzenden Nutzungen und ermöglicht eine hohe Flexibilität bezüglich der Verteilung von Nutzungen. An die Gewerbeareale im Süden grenzen kompakte städtische Hybridbauten an, die als offene, multifunktionale Gebäude vielfältige Nutzungsschichten aufnehmen: Flexible und innerhalb der Struktur zuschaltbare Gebäudemodule schaffen die Voraussetzungen für die Ansiedlung von Unternehmen im Forschungs,- Entwicklungs und Prototypingbereich. Zum Park schafft eine aufgelockerte Bebauung hochwertige Adressen für Wohnen, Büro und Dienstleistungen mit internen Grünräumen. |
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Nutzung Die einzelnen Quartiere ermöglichen differenzierte, städtische Nutzungsstrukturen für den neuen Stadtteil: Das Entwicklungsband entlang der Bahn erhält mit überwiegend Büronutzung und Einrichtungen für Gastronomie und Handel eine dem zentralen Standort gerecht werdende Funktion. Das Gewerbe- und Wohnquartier an der Landteilstraße schafft gute Vorraussetzungen für die Weiterentwicklung der bereits vorhandenen und charakteristischen Nutzungen des bestehenden Stadtteils. Die Mischnutzungen nehmen kleinteilige Nutzungsstrukturen auf und schaffen eine stadträumliche und funktionelle Verknüpfung zwischen den bestehenden und den neuen Quartieren. Der Stadtgarten als zentrales Element im Stadtteil Lindenhof ist ein öffentlicher Park mit begleitenden Freizeitnutzungen. Mit Wellness, Gastronomie und Sporteinrichtungen wird ein attraktives Angebot für die Bewohner und Beschäftigten des Stadtteils geschaffen. Die einfachen und robusten Bautypologien des Entwurfes ermöglichen über die angegebene Nutzungsmischung hinaus eine flexible Belegung der Baustrukturen mit städtischen Funktionen. |
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Freiraum Die unterschiedlich ausgeprägten Freiraumtypologien bilden ein stadträumliches Grundgerüst und gliedern das gesamte Plangebiet. Die Platzräume der Fugen definieren öffentliche Räume im Stadtgefüge und verknüpfen den Lindenhof mit der auf der anderen Seite der Bahngleise gelegenen Kernstadt. Die Gestalt der Fugen variiert dabei im Innenraum: Der Lindenhofplatz wird als ein steinerner, offener und multifunktionaler Freiraum definiert, der auf die hohe Funktionsdichte seiner Umgebung reagiert und den Südzugang zum Hauptbahnhof im Stadtraum verankert. Der Lokschuppengarten tritt in den Dialog mit dem Hans-Glückstein-Platz. Die neue Nutzung des Lokschuppens setzt sich im Freiraum fort. Der Kleinstegbrunnen setzt als Wasserspiel einen gestalterischen Schwerpunkt und inszeniert die Kleinstegbrücke als Verbindung zwischen den Stadtteilen und Eingangssituation zum Stadtteil Lindenhof. Als gliederndes und verbindendes Element erhält jede der Fugen einen leicht erhöhten Umlauf, der die Gebäudekörper verbindet und zugleich einen Aussen- und einen Innenraum innerhalb der Freiflächen entstehen lässt. |
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