Der Ort - Planung des Wandels Um das Werk entstand die Stadt. Heute, nach dem Auflassen der Anlagen liegen die Flächen außen vor. Aus dem ehemaligen Herz wurde ein gegensätzlicher Ort. Zeugen der Industriegeschichte treffen auf Banales, Großformen auf stadträumliches Stück-Werk. Die Brache wurde zur Peripherie in der Stadt. Thema des Entwurfs ist vor diesem Hintergrund die Wiedererfindung des Ortes. An die Stelle der industriellen Großform tritt ein dynamisches Stück Stadt, das zwischen den unterschiedlichen Maßstäben und Nutzungsansprüchen selbstbewusst vermittelt und die Vorraussetzungen für eine vielfältige Palette städtischer Lebensformen schafft. Unsere Entwurfsstrategie zielt darauf ab, den Prozess der Stadtwerdung räumlich und programmatisch zu organisieren, um einen neuen städtischen Impuls für Nippes zu schaffen. Ziel ist nicht ein retrospektives Stadt-Vor-Bild sondern ein offenes und konzeptionelles Entwurfsmodell das die verborgenen Chancen nutzt und eine eigenständige und spezifische Entwicklung ermöglicht. |
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Der Entwurf - Stadtstreifen Ausgangspunkt ist eine einfache und klare räumliche Grundstruktur: Im Verlauf von der Stadtkante zur Bahn entwickelt sich das räumliche Gefüge in Streifen unterschiedlicher städtebaulicher Körnung. Die Stadtstreifen vermitteln in Ausrichtung und Maßstab zwischen der kleinteiligen Bestandsbebauung im Osten und der Großform der Halle des ehemaligen Ausbesserungswerks. Die neuen Strukturen greifen dabei die lineare Logik der benachbarten Gründerzeitstrukturen auf ohne sie zu kopieren. Die lineare Ausrichtung der Stadtstreifen wird durch Vernetzungen und Freiraumbeziehungen in eine feinteilige Raumszenerie eingebunden. Es entsteht ein flexibles Stadtgerüst, das in der Lage ist, unterschiedliche Nutzungsanforderungen und Architekturausprägungen mit einem dichten und integrierten Stadtraum in Balance zu bringen. In allen Stadtstreifen werden die Funktionen Wohnen, Arbeiten, Freizeit möglichst bunt gemischt um ein vollwertiges und selbstverständliches Stadtquartier zu schaffen, in dem 24 Stunden am Tag Leben herrscht. |
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Der öffentliche Raum - Fliessräume Das Rückgrat des Stadtraums wird durch in Nord-Süd Richtung verlaufende Aktivitätskorridore geformt, entlang denen sich eine abgestufte Quartiers- und Freiraumfamilie gruppiert. Bestandteil dieser gebietsprägenden Fliessräume sind neben Freizeit und Quartierseinrichtungen vor allem die mit der Idee des autofreien Wohnens verknüpften Einrichtungen (Carpool, Smart-Regale, Fahrradstation, überdachte Wege zur S- Bahn). Die Funktionselemente eines autoarmen Quartiers und das Thema Mobilität werden zur Attraktion des öffentlichen Raumes und prägen maßgeblich die Adresse des neuen Stadtquartiers. Das Zusammenspiel zwischen definiertem und offenem Freiraum ist ein grundlegendes Element des Stadtraums. Den Aktivitätskorridoren als programmatisch definiertem Raum werden mit dem Quartierspark und den Platzbereichen ruhige und offene Freiraumtypologien gegenübergestellt, die eine flexible, weitgehend nicht vorgegebene Benutzbarkeit aufweisen und eine individuelle Raum- und Milieubildung zusammen mit den angrenzenden Gebäuden ermöglichen. Die räumliche Gliederung des Stadtraums wird durch die verschiedene Oberflächengestaltung erlebbar: Die Platz- und Freiraumbereiche sind innerhalb eines Stadtstreifens mit jeweils einheitlichen Materialien versehen. |
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Die Typologien - Stadtbausteine Die Stadtstreifen schaffen das räumliche Grundgerüst für die Begegnung einer abgestimmten und flexiblen Typologiefamilie: Die Patioformen für individuelles Wohnen schaffen am östlichen und südlichen Gebietsrand den Übergang zu den Bestandsstrukturen. Einfache Grundbausteine wie Reihen- Winkel- und Punkthaus werden zu Gebäudekörpern zusammengefügt, die als Inseln in einem gleichberechtigten Rhythmus von Grünflächen und gepflasterten Oberflächen stehen. Der städtische Block bildet einen räumlichen Schwerpunkt entlang der linearen Quartiersmitte und ermöglicht eine geschossweise Durchmischung unterschiedlicher städtischer Nutzungen. Arkaden schaffen eine attraktive Adresse für Handel und Dienstleistung am zentralen Freiraumkorridor. Der Raum vor der Halle wird von kompakten städtischen Hybridbauten geprägt, die als offene multifunktionale Gebäude vielfältige Nutzungsschichten aufnehmen: Loftwohnen überlagert sich mit flexiblen Office- und Gewerbeflächen, wobei für jeden der drei Hybride ein thematischer Schwerpunkt denkbar ist. Die Platzbereiche zwischen den Gebäuden können als Raumprogramm mitgenutzt werden (Restaurants, Produktshow, Kunstausstellung) Der Gewerbestreifen ergänzt die Großform der Halle mit einer transluzenten Gebäudehülle für Haus-im-Haus Strukturen sowie einem markanten Bürohochhaus als weithin sichtbares Zeichen. Im nördlichen und südlichen Teil bilden Stadtvillen und Gewerbekuben als kompakte Bebauung im Park einen Abschluss der linearen Fliessräume. |
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Die stadträumliche Einbindung Die abgestimmte Quartiersfamilie der Stadtstreifen ermöglicht eine feine Balance der Maßstäblichkeit innerhalb des Quartiers. Von der kleinteiligen Patiobebauung bis zur Großform der Halle erfolgt eine stetige Steigerung der städtebaulichen Körnung, die ein erlebbares Heranführen der Stadt an die Bahn ermöglicht. Im Bereich des Kulturbahnhofs entsteht ein grünes Gelenk, das die Hauptverknüpfung mit dem Stadtraum von Nippes darstellt. Der Bahnhof wird in einen Parkbereich integriert, der als fußläufiges Entree zum neuen Quartier fungiert. Stadtraum und Mobilität - Autofreies Wohnen Die autoarmen und autofreien Quartiersteile sollen ein selbstverständliches Miteinander im Stadtraum eingehen. Auf eine Heraushebung der autofreien Teile durch Sonderformen wird bewusst verzichtet. Das autofreie Wohnen bezieht dabei seine Qualität aus folgenden kombinierten Maßnahmen: - Attraktive, funktionale Wegeführung zum ÖPNV über lineare Fließräume (überdachter Weg, Verlauf an Grünräumen) - Dezentrales Mietautosystem (Smart in automatischen Parkboxen im Fliessraum/ Pkw im Mietwagenregal am Parkhaus/ Kleinbus als Mitwagen im Parkhaus) - Autofreie Qualität der öffentlichen Räume mit hoher Aneignungsfähigkeit (differenzierte Oberflächengestaltung/ Spielflächen) |
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