Entwicklungskonzeption für den Stadtteil Fasanenhöhe Die Stadt Strausberg strebt als Mittelzentrum die Stärkung ihrer zentralörtlichen Funktionen an, um den Einzugsbereich der Stadt zu vergrößern und Befölkerungen zu binden. Entsprechend den im Flächennutzungsplan formulierten Zielvorstellungen, insbesondere der Bereitstellung von neuem Wohnbauland, soll im Osten Strausbergs der neue Stadtteil Fasananhöhe (Ansatz FNP mit 87 ha Wohnbauland für ca 1.900 Wohneinheiten) entwickelt werden. Auf der Grundlage der Vorzugsalternative Vernetzte Stadt wurde ein Leitbild entwickelt, dass folgende Zielvorstellungen für die Entwicklung des neuen Stadtteils Fasanenhöhe definiert: - Robuste Stadtstruktur - Definition des Städtebaulichen Rahmens bei gleichzeitiger Flexibilität in der Ausformung der Entwicklungsfelder. - Vernetzter Stadtteil-Fortführung vorhandener städtebaulicher und landschaftlicher Strukturen durch Erschließungsbänder (fixiert.) - Kompakte Kernzone als Mittelpunkt des neuen Stadtteils. - Einbindung der Landesstraßen L 34 (Hohensteiner Chaussee) und L 233 (Garzauer Chaussee) in den städtischen Kontext und Ergänzung durch eine Haupsammelstraße. - Aufbau einer Grünvernetzung und Verknüpfung mit der umliegenden Landschaft. - Landschaftsräumliche Aufwertung im Bereich der Rinnen (Niederungen), Sanierung der Altlastenflächen.
Städtebauliches Grundprinzip Die Entwicklung des neuen Stadtteils Fasanenhöhe für ca 1.900 WE erfordert eine robuste Stadtstruktur, die es erlaubt, wichtige städtebauliche Rahmenbedingungen zur Entwicklung des Gebietes zu definieren und gleichzeitig in der Ausformung der Baufelder eine große Offenheit und Flexibilität zu ermöglichen. Die Entwicklungskonzeption basiert daher auf einer Grundstruktur, die in ihrer Logik weitgehend unabhängig von späteren Fragen der Marktanforderungen, Architektur und Ausführung ist. Das städtebauliche Grundprinzip basiert auf in West-Ost-Richtung verlaufenden Baufeldern mit unterschiedlichen Bautiefen, die sich aus der vorhandene Flurstruktur, den Landschafts- und Erschließungselementen ergeben. Die Hauperschließung erfolgt über das vorhandene radiale Landesstraßennetz (L34 und L233), das durch die neue senkrecht zu den Baufeldern ausgerichtete Haupsammelstraße ergänzt wird. Die Anbindung dieser Straße erfolgt im Norden an die Hohensteiner Chaussee (über den vorhandenen Kreisverkehr in Verbindung mit der Straße Am Flugplatz) und im Westen (durch die Unterführung der S-Bahn) an die Hegermühlenstraße mit einer möglichen und planerisch erforderlichen Verlängerung bis zur Goethestraße. Die als Raster ausgerichtete Nebenerschließung verläuft in West-Ost-Richtung innerhalb der Erschließungsbänder und somit zwichen den Baufeldern. Die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Verbindungsstraßen queren die Baufeldern und optimeren das System zueiner Ringerschließung. Die Lage dieser Verbindungsstreßen innerhalb der Baufelder ist verschiebbar, so dass Baufelder mit variabler Länge entstehen und entsprechend den Bedürfnissen zukünftigen Bewohner mit unterschiedlichen Quartieren bzw. Bautypologien und Dichten gefüllt werden können. Die grundstruktur der Entwicklungskonzeption integriert die vorhandnen Landschaftselemente wie Waldbereiche, Feuchtzonen und Kleingärten. Durch die Ergänzung mit unterschiedlichen Grünelementen wird die Landschaft innerhalb des Stadtteils zu einem Grünzystem vernetzt.
Module Die Grundidee des städtebaulichen Konzeptes ist ein hoher Grad an Flexibilität. Neben den bereits definierten Grundanforderungen in bezug auf Nutzung, Freiraum und Erschließung ist es möglich, innerhalb der einzelnen Baufelder unterschiedliche Grundelemente von Feinerschließungsnetzen sowie Baustrukturen einzusetzen, die sich nach städtebaulichen, landschaftlichen sowie vermarktungsrelevanten Kriterien richten. Die unterschiedlichen Wohn-Bausteine bieten in Hinsicht Wohnform, Beziehung Haus - Garten sowie Flächengröße Variationen mit eigenen Qualitäten. Unterschieden wird dabei in offene Baustrukturen mit geringer Dichte (Einzel- und Doppelhaus), Strukturen mit mittlerer Dichte (Reienhaus, Haupthaus-Nebenhaus) sowie flächigen Baustrukturen mit höherer Dichte (Gartenhofhaus, Geschosswohnen).
Das grobe Erschließungsraster kann innerhalb der einzelnen Entwicklungsfelder optimal durch eine Feinerschließung ergänzt werden. Neben durchgängigen horizontalen und vertikalen Verbindungsstraßen sind auch Stichstraßen/ Wohnwege oder Ringerschließungen möglich. Je nach Erschließung und Baustruktur ergänzen die wohnungsnahen öffentlichen Freiräume das Baugebiet. Durch kleine Pocket-Parks oder lineare Grünverbinder erhalten die Gebiete eine hohe Qualität und unterstreichen durch ihre Gestaltung das jeweilige Quartiersimage.
Strukturplan Bei der Erarbeitung des Rahmenplanes wurde bewusst auf einen detaillierten städtebaulichen Entwurf (Masterplan) verzichtet, um für die weitere Ausformung des Stadtteils Gestaltungsfreiräume offen zu halten. Der strukturplan und die Festsetzungsempfehlungen dienen daher als Leitfaden bei der weiteren Entwicklung des Stadtteils und zur Erläuterung der angestrebten städtebaulichen Strukturen auch innerhalb der Baufelder. Sie geben in Anlehnung an der § 9 BauGB zusammengefasst einen Überblick über die vorher dargestellten bzw. aufgeführten städtebaulichen Prinzipien und Anforderungen für den neuen Stadtteil Fasanenhöhe. In den weiteren Bebauungsplanverfahren sind dann konkrete städtebauliche Konzepte vorzulegen, anhand derer eine Abstimmung zwischen den Zielen der Rahmenplanung und den Vorstellungen von Projektentwicklern oder Bauherren erfolgen kann und die dann auch Grundlage der planungsrechtlichen Festsetzungen im Bebauungsplan werden.
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